Direkt zum Hauptbereich

Gedanken wanken

Tief in Gedanken Johanna Ljungblom https://www.freeimages.com/de/photo/deeply-thoughts-1393141
Ein schon etwas älterer Post, den ich hier reposte, weil er nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Er hat eher dazugewonnen.

Gedanken wanken

Gedanken in mir, sie bestimmen mein Leben
können ihm Ziel und Richtung geben
sind sie in Ordnung, so bin ich es auch.
Das ist seit langem nun einmal so Brauch.

Doch niemand ermisst wie leicht hier eine Störung
kann binnen Kurzem bewirken große Verheerung.
Gerät das, was Du denkst erstmal in Bewegung
führt das sehr schnell zu sehr großer Erregung.

Was gestern noch sicher war, ist heute zerstört
Was das Leben bestimmte ist jetzt ohne Wert.

Du bist Dir nicht sicher, was kannst Du noch glauben?
Immer neue Gedanken den Schlaf Dir jetzt rauben.
Sie kommen, sie gehen, du kannst sie nicht sehen.
Sie schaffen und weben, bestimmen dein Streben.
Sie machen dich mutlos und total verzagt.
Du merkst, dass jetzt jede Kontrolle versagt.
Was kann dich noch halten, dir Sicherheit geben?
Kannst Du noch verwalten, bestimmen Dein Leben? 

Dein Hirn wird zum Gaukler, es spielt Dir was ein.
Du kannst nicht mehr wissen, was echt und was Schein.
Auf einmal, da bist Du von Feinden umgeben;
ein andermal lässt man ganz hoch Dich leben.

Was ist normal und was Kammerspiel?
Was ist in unserem Leben das Ziel?
Sind unsere Werte vielleicht nur ersponnen?
Wieso werden Nachfolger für sie  gewonnen?
Im nächsten Moment sind sie vielleicht nichts mehr wert
und ihre Jünger werden mit Waffen bekehrt.
Zu anderen Werten und anderen Zielen
die andere Hirne anderen Menschen vorspielen.

Oh Menschlein Du bist ein nichtiger Wurm
im weltweiten großen Gedankensturm.
Vielleicht bist Du grad auf des Sieges Spur.
D
ann freu’ Dich, genieß es, kurz dauert es nur.

Vielleicht wurdest Du auch hinweggefegt.
Von andern mit andren Gedanken zerlegt.
Dann denk’ dran, auch wenn es Dich hart stieß,
es war nur ein Windhauch kurz und fies.

Der Wind wird sich drehen und alles neu mischen
über und auch unter den Tischen.
Die, die oben waren sind dann vielleicht unten und
du wirst oben am Tisch der Herren gefunden.

Dann denke dran, wie es damals war
und komme nicht selber in die Gefahr
das Leben anderer mit Deinen Gedanken
zu vernichten oder zu bringen ins Wanken.

Du weißt ja  und ich zwinker dabei😉 
Es ist nur ein Spiel und auch einerlei.
Die Hirne, die gaukeln uns allen was vor.
Drum nimms nicht zu ernst, das bewahrt Dich davor
mit andern zu gehen zu hart ins Gericht.
Das Gaukelspiel habe nicht zu viel Gewicht.

Und hast Du Einfluss auf das was Du denkst
dann sieh zu, dass Du es in Bahnen lenkst
von Friede und Freude, Barmherzigkeit
das hilft allen am Meisten zu jeder Zeit. 

©Christian-Michael Kleinau 3/2015

 

Warum dieses Gedicht „Gedanken Wanken“?

Anlass für dieses Gedicht ist meine Beschäftigung mit den Krankheitszeichen der schizophrenen Psychose. (Ich bin nicht selbst daran erkrankt) Ich musste dabei lernen, dass das was wir für richtig und wahr halten von dem bestimmt wird, was unser Hirn uns einspielt. Ich habe festgestellt, dass es sich dabei um grundsätzliche Mechanismen handelt, die nicht unbedingt im Zusammenhang mit einer Krankheit gesehen oder erlebt werden. Es kommt darauf an, in welchem Maß diese Veränderungen Reaktionen hervorrufen und wie die Reaktionen von der Umwelt aufgefasst werden. Nur wenn viele Menschen eine gedankliche Veränderung oder ihre Auswirkungen auf sie selbst oder andere für nicht normal halten bekommt sie einen Krankheitswert innerhalb dieser Gruppe.

Diese Einspielungen unseres Gehirns bestimmen unsere Reaktion auf unsere Umwelt und beeinflussen unser Denken und Handeln hochgradig. Es gibt gute und schlechte Einspielungen und Gedanken können mit Hilfe von Sprache und Medien übertragen werden.

Auf diesem Weg ist es möglich, dass sich das Denken von Menschengruppen, Volksgruppen oder Bevölkerungen von Staaten innerhalb von kurzer Zeit ändert. 

Gedanken, die heute noch verboten und abwegig sind können morgen „Pflicht“ sein.

 Ich will nicht sagen, dass wir alle „verrückt“ sind, wenn man diesen Begriff überhaupt in den Mund nehmen soll. Ver-rückt im Bezug auf Gedanken heißt ja nur, dass meine Gedanken ihre Position gewechselt haben. Das muss nicht unbedingt falsch oder schlecht sein. Man kann auch in eine gute Richtung ver-rücken. Aber wer bestimmt welche Richtung „gut“ ist?

 Erreichen will ich aber, dass wir uns selbst und das, was wir denken nicht zu tierisch ernst nehmen und uns selbst damit zu wichtig machen oder gar zum „Maß der Dinge“ Wir sollten uns bewusst sein, dass unser Hirn von jetzt auf gleich ein anderes Programm mit uns fahren und unser Leben - und das unserer Umgebung - auf den Kopf stellen kann. 


Was mir persönlich im Sturm Halt gibt

Mir persönlich gibt der Glaube an den Gott der Bibel Halt. ich weiß, das kann ein Hirngespinst sein. Ich liefere hier die Argumente dafür. Aber selbst wenn dem so wäre: Ich habe mich einfach dafür entschieden. Es ist eine Hypothese für mein Leben. Damit hat mein gedankliches Leben einen festen Punkt und eine Zuflucht im Sturm. Vielleicht relativiere ich diese Aussage auch in ein paar Tagen oder Jahren, aber dann will ich es wenigstens aufgeschrieben haben, dass ich heute so dachte und gute Gründe dafür hatte. Ich weiß heute nicht, welche Gedanken ich bis ins Alter durchhalten kann, aber der, dass es jemanden gibt, der an mich denkt, mich liebt und durch die Lebensstürme trägt ist einfach beruhigend und tröstlich für mich.

 

Christian-Michael Kleinau 3/2015


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Sozial – a-sozial

Sozial – a-sozial Twitter johlt und Facebook kreischt. Wieder wird ein Mensch zerfleischt. Der weiß nicht wie ihm geschieht. Doch es nimmt ihn ziemlich mit.

Gedanken zum Monatsspruch Juni 2021

  »Wir müssen Gott gehorchen, nicht den Menschen« (Apg. 5,29b; Monatsspruch Juni `21) Unser Monatsspruch ist dieses Mal kurz und knackig. Allerdings fehlt auch ein wenig der Zusammenhang. Was war passiert? Petrus und andere Jünger waren wegen Verbreitung des Evangeliums inhaftiert und nachts durch einen Engel befreit worden. Sie gingen dann direkt in den Tempel, um zu predigen. Dort wurden sie umgehend wieder verhaftet. Jetzt standen sie wieder vor dem Sanhedrin [1] , der ihnen die Verkündung des Evangeliums streng verboten hatte, und mussten sich rechtfertigen. Die Mitglieder des Gerichtes warfen Petrus und den anderen vor, Jerusalem mit der Lehre von Jesus zu erfüllen und den Sanhedrin für den Tod von Jesus verantwortlich zu machen.   Die Rechtfertigung von Petrus beginnt mit den Worten des Monatsspruchs. In der Folge bestätigt er die Anschuldigung gegen ihn und die anderen, dem Sanhedrin vorzuwerfen, er habe Jesus getötet. Es war mutig. Nichts mehr zu spüren vom ängstl